Einweihung des Geistlichen Zentrums

4. Juli 2021
Kohlhagen
Die Einweihung war ein gelungenes Fest mit über 500 Gästen.

Seit über 500 Jahren kommen Pilgerinnen und Pilger nach Kohlhagen zur Marienverehrung. Mit der Einsegnung des neuen Geistlichen Zentrums durch den Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker am Sonntag, 4. Juli 2021, erhält der Wallfahrtsort im Raum Kirchhundem eine weitere Bereicherung. Unter der Leitung der Pallottiner P. Siegfried Modenbach SAC und P. Jürgen Heite SAC soll das Geistliche Zentrum in Ergänzung zu den Pastoralen Räumen eine Lücke schließen und als Ort des Glaubens und gemeinschaftlichen Lebens evangelisierend, gemeinschaftsbildend und vernetzend wirken.

Das „Wunder der Begegnung“

Offen, einladend und lichtdurchflutet – so lässt sich das neue Gebäude gut charakterisieren, das hinter dem vollständig sanierten Küsterhaus von 1850 angebaut wurde. Drei Seminarräume, ein Meditationsraum, eine Küche, ein Gesprächsraum und drei Büros verteilen sich über eine Fläche von knapp 500 Quadratmetern. Eine große Glasfront macht nicht nur die Räume hell, sondern ermöglicht auch einen Blick in die wunderbare Natur um Kohlhagen. Der Eingang auf der anderen Seite liegt direkt der Wallfahrtskirche gegenüber.

Gebet und Stille auf der einen Seite, Begegnung, Gastfreundschaft und Dialog auf der anderen Seite: Das neue Geistliche Zentrum zeichnet sich durch Vielfalt aus. Auf das „Wunder der Begegnung“ legten die Patres Modenbach und Heite aber besonderen Wert. „Das Wunder der Begegnung im gelungenen, tiefen Gespräch, in Besinnung und Gebet und im gelebten Miteinander“, betonte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt in der Bischofsmesse unter freiem Himmel und verwies auf das Tagesevangelium „Mariä Heimsuchung“ (LK 1,39-47), das von der Begegnung zwischen der Gottesmutter Maria und ihrer Cousine Elisabet handelt.

Sehnsucht nach wirklicher und tiefer Begegnung

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, zitierte Erzbischof Becker den jüdischen Philosophen Martin Buber. Genau um eine solche Begegnung, um wirkliches Leben, gehe es im Evangelium. Immer wieder locke das Evangelium, Gott in den innigsten menschlichen Begegnungen zu erkennen. Der Erzbischof ermutigte: „Wer Christus im Herzen trägt, kann alles überwinden.“ Das sei die Verheißung und so hätten es seinerzeit nicht nur Maria und Elisabet in Sorge und Ungewissheit erkannt. Gerade in der Corona-Zeit sehnten sich heute viele nach wirklicher und tiefer Begegnung. „Und das ist die Verheißung dieses Ortes auf dem Kohlhagen.“ Der Erzbischof verwies darauf, dass dies sowohl für das alte Gnadenbild in der Kirche, aber auch für das neue Geistlichen Zentrum gelte. „Wer Maria begegnet, der begegnet der großen Trösterin, der nichts Menschliches fremd bleibt.“

Ein Ort der Begegnung und des Segens

Dieser Gedanke ist auch auf der Grundsteinurkunde festgehalten: „Im Vertrauen auf Gott beginnen wir das Werk. Auf die Fürbitte der Schmerzhaften Mutter vom Kohlhagen sollen die Menschen an diesem Ort immer wieder die Hilfe des Herrn erfahren. Möge das Geistliche Zentrum Kohlhagen – wie es im Patrozinium der Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung, in der Begegnung zwischen Maria und Elisabet, zum Ausdruck kommt – ein Ort der Begegnung und des Segens für viele Menschen sein.“

Große Resonanz und Zuspruch

Die Resonanz bei der Bischofsmesse zur Segnung war groß und voller Zuspruch. „Wir hoffen, durch das Geistliche Zentrum wieder etwas zu bewegen“, erhofft sich Wolfgang Exner, Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Heinrich Schmidt, Pfarrer des Pastoralen Raums Kirchhundem, ist froh, dass es weitergeht und fortgesetzt wird, was Menschen über Jahrhunderte hier aufgebaut haben. Er sei dem Erzbistum Paderborn sehr dankbar, dass das Anliegen erhört und umgesetzt wurde. „Ich bin auch überzeugt, dass es ein gutes Miteinander zwischen Geistlichem Zentrum und Pastoralem Raum gibt.“

Monsignore Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat, wünschte dem Team des Geistlichen Zentrums von Herzen eine glückliche Hand. Denn Kohlhagen werde ein Ort mit großer Bedeutung im Pastoralem Raum, aber auch darüber hinaus. „Die Pilger suchen hier Gottvertrauen und die Hilfe Marias. Sie werden aber auch einen Ort der Menschenfreundlichkeit erfahren“, so Bredeck.

Vizeprovinzial Pater Michael Pfenning SAC „schenkte den Gästen“ seine Rede, weil ja schon alles gesagt sei. Aber einen großen Dank wolle er sich nicht nehmen lassen, weil durch dieses Geistliche Zentrum sein Orden in der Region Präsenz halte. Sandra Ohm, stellvertretende Landrätin des Kreises Olpe, freute sich sehr über die Einweihung der kirchlichen Einrichtung. Es sei ein positives Signal und eine Lücke geschlossen. Von einem Gewinn für die Gemeinde sprach Kirchhundems Bürgermeister Björn Jarosz.

Die ausführenden Architekten von MDK Münster, Hendrik Nettels und Jan Böhm, überreichten schließlich den symbolischen Schlüssel für den Neubau in Form eines Backwerks an die beiden Pallotiner Pater Siegfried Modenbach SAC und Jürgen Heite SAC. Mit großer Vorfreude blicken sie auf ihre Aufgaben und die Menschen, „die hoffentlich zahlreich kommen“. Auch die Patres hatten vielen Dank zu sagen. Daraus hervorzuheben sind die wohlverdienten Dernbacher Schwestern, die über 20 Jahre am Kohlhagen ihren Dienst getan haben und Ansprechpartner für Wallfahrende waren. „Aber auch herzlichen Dank den Mitarbeitenden der Baufirmen, die trotz der erschwerten Corona-Bedingungen unseren Neubau im letzten Jahr fertiggestellt haben.“