01.10.2026
Geistliches Zentrum Kohlhagen

„Gottes Liebe zu uns beginnt nicht erst mit der Taufe.“

Der Theologe und Psyxchotherapeut Dr. Wunibald Müller sprach im Geistlichen Zentrum über den Glaubensverlust in der Familie und die Trauer der Eltern oder Großeltern, wenn sich Kinder und Enkel vom Glauben verabschieden. Wie damit umgehen?

Die Trauer zulassen und verstehen lernen

In seinem exzellenten Vortrag ging Wunibald Müller darauf ein, wie Eltern und Großeltern die Trauer über den Glaubensverlust ihrer Kinder und Enkel zulassen können. Der Referent warb darum, das Gespräch zu suchen, offen miteinander zu reden und sich zu verstehen zu versuchen. Dabei werde sich zeigen, was wirklich zählt und was sie weiterhin miteinander verbinden kann: vor allem ihre Liebe zueinander.

Eltern und Großeltern werden dann entdekcen – so Müller weiter – dass viele Werte, für die Glauben und Kirche stehen, auch für ihre Kinder und Enkel wichtig sind.

„Es gibt keine Enkel ohne Gott!“

Die Auseinandersetzung lädt Eltern und Großeltern dazu ein, sich zu fragen, wo sie in ihrem eigenen Glauben ggf. nachjustieren und Neues zulassen müssen. Wunibald Müller sprach von einem theologischen Perspektivwechsel: „Gottes Liebe zu uns Menschen beginnt nicht erst mit der Taufe.“ Daraus zog er am Ende seines Vortrages den Schluss: „Nein, es gibt keine Enkel ohne Gott.“ Darauf können Großeltern und Seelsorgende vertrauen.

Das Buch von Wunibald Müller „Enkel ohne Gott? – Wenn der Glaube in Familien verloren geht “ ist in diesem Jahr erschienen:

  • Verlag Herder
  • 1. Auflage 2026
  • 192 Seiten
  • ISBN: 978-3-451-02553-2