Symbolik des Feuers und des Lichtes
Es war ein beeindruckender Gottesdienst in der Frühe des Ostersonntags, bei dem besonders die Symbolik des Feuers, der Kerzen und des Lichtes eine große Rolle spielen. So begann die Feier der Osternacht noch in der Dunkelheit um 6.00 Uhr mit dem Segen des Osterfeuers auf dem Vorplatz der Wallfahrtskirche. Die Osterkerzen wurde gesegnet und alle zogen feierlich in die dunkle Kirche ein. Dabei erschall der Ruf: „Lumen Christi – Licht Christi“ und alle antworten: „Deo gratias – Dank sei Gott“.
Die Osterbotschaft im Zentrum
Nachdem das Lob der Osterkerze gesungen worden war, folgten die Lesungen aus dem Alten und Neuen Testament. Schließlich verkündete Pater Jürgen Heite das österliche Evangelium – die Botschaft von der Auferstehung.
An die Auferstehung glauben – aber wie?
Seine Predigt begann Pater Siegfried Modenbach mit einer Anekdote: König Friedrich II. wurde gebeten, den Fall eines Pfarrers zu prüfen und eine Entscheidung zu treffen. Dazu legte man dem König ein Papier vor, in dem verlangt wurde, dass der Pfarrer abgesetzt würde. Der Geistliche, so wurde behauptet, sei ein Freigeist und glaube nicht an die Auferstehung der Toten. So notierte der König handschriftlich auf das ihm vorgelegte Papier: „Das ist seine Sache! Wenn er nicht auferstehen will, so soll er meinetwegen liegenbleiben!“
Auch heute – so Pater Modenbach – sei der Glaube an die Auferstehung der Toten nicht mehr selbstverständlich. Dazu stellten Umfragen fest, dass nur noch etwa 18-25% der Deutschen an die Auferstehung glauben.
Das jetzige Leben ernst nehmen
In früheren Zeiten sei mit dem Glauben an die Auferstehung vor allem der Gedanke verbunden gewesen, dass das eigentliche, das richtige Leben erst nach dem Tod beginne. Man könne aber das neue, das ewige Leben nur finden, wenn man vorher dieses jetzige Leben wirklich ernst nehme.
Pater Modenbach: „Ich bin davon überzeugt, dass jeder Augenblick des Lebens unzerstörbar gespeichert ist. Weil ich an Gott glaube, weil ich darauf vertraue, dass mein Leben bei ihm einen Sinn und einen Wert hat, bleibt es in seiner Erinnerung gespeichert. Diesen göttlichen Speicher nennt die Heilige Schrift an vielen Stellen „Liebe“. Für mich hat nicht der Tod, sondern die Liebe das letzte Wort.“
Auferstehung in der Liebe Gottes
Auf dieser Ebene, in der Liebe Gottes, da geschehe Auferstsehung: Auferstehung als Bewahrung des Lebens, so wie es gelebt wurde – mit seinen erfolgreichen Seiten; mit seinen Wunden, mit allen Ecken und Kanten; wo das Leben gelungen und wo es misslungen ist.
Mit dem Tod sei das Leben zu Ende. Es sei vollendet, aber keinesfalls aus. Pater Modenbach beendete seine Predigt mit den Worten: „Die Liebe Gottes wird – so glaube ich – den positiven wie negativen Auswirkungen meines Lebens eine neue überlebenswerte Form geben. Diese Liebe lässt niemanden im Stich …“
Gemeinsames Osterfrühstück
Im Anschluss an die Feier der Osternacht traf man sich im Pilgersaal des Geistlichen Zentrums zum gemeinsamen Osterfrühstück – ein schöner Start in das Osterfest und die Ostertage!